Klare Fakten – schneller Überblick
1. Mensch & Natur – die fatalen Auswirkungen
Zu diesem Thema können wir endlos viel schreiben. Jeder kann für sich die gravierenden Folgen durch Errichtungen der Windparks in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern einschätzen. Auch die Zerstücklung und vor allem Zerstörung unserer Umwelt ist erschreckend.
Die Naturschutzstiftung Lüneburg bewertet zum Beispiel das ca. 2,6 ha große Mausebachtal als Ausgangsbiotop für Acker-, Laubwald- und Wasserflächen in unserer Region. Es erstreckt sich vom Landkreis Uelzen bis nach Radenbeck und endet im Neetzetal, welches ebenfalls durch Windparks bedroht wird. Ein Lebensraum von zahlreichen gefährdeten Vögeln wie Rotmilan, Eisvogel, Großer Brachvogel aber auch seltene Fledermausarten sowie Insekten.
Wir empfehlen einen Blick in die Stellungnahme zum RROP vom BUND Elbe Heide. Diese wurde in enger Zusammenarbeit mit Fachgutachtern erstellt.
2025-07-13-RROP-LKLG-BUND.pdf
Darüber hinaus sind diese Artikel sehr lesenswert:
2. Trassen Situation & Speichermöglichkeiten
Es wird viel Windkraft geplant, ohne dass Transport und Speicherung des Stroms geklärt sind.
Hier ist die kurze, einfache und sachlich Zusammenfassung
Windkraftausbau läuft, Netzausbau hinkt hinterher
Niedersachsen hat im ersten Halbjahr 2025 bereits 91 neue Windenergieanlagen mit insgesamt 502 MW Leistung ans Netz gebracht.
Gleichzeitig warnt die Branche: Genehmigungen, Stromtrassen und Netze bleiben Engpässe.
Fehlende Speicherkapazitäten
In Deutschland gibt es aktuell noch keine ausreichenden Speicherlösungen (z. B. große Batteriespeicher oder Power-to-X-Anlagen), um Windstrom effizient zwischenzuspeichern.
Netzausbau verzögert sich – Zeitpläne liegen Jahre zurück
Laut dem Netzentwicklungsplan 2023–2045 sollen bis 2045 rund 4.800 km neuer Leitungen gebaut und weitere 2.500 km bestehender Leitungen verstärkt werden.
Der Netzausbau liegt derzeit etwa 6.000 km hinten im Zeitplan.
Kosten durch Abregelung wachsen
2021 wurden rund 5.800 GWh Strom nicht eingespeist, weil das Netz die Leistung nicht aufnehmen konnte. Dafür zahlte man über 807 Millionen Euro Entschädigung, insbesondere Windanlagen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind betroffen.
Große Trassenvorhaben brauchen Jahre
Das Mega-Projekt SuedLink (HGÜ-Stromautobahn von Norden nach Süden) war ursprünglich bereits vor 2016 in Planung, ist aber erst für 2028 zur Inbetriebnahme vorgesehen.
Gleiches gilt für andere Leitungen wie A-Nord (Emden → Nordrhein-Westfalen), die lange Verfahren durchlaufen.
Fazit
- Es wird massiv Windkraft gebaut – doch die Stromnetze (Trassen) fehlen noch, und der Netzausbau ist viel zu langsam.
- Gleichzeitig gibt es keine ausreichenden Speicher, um Windstrom effizient zu puffern.
- Das führt zu Netzüberlastungen, Abregelungen, hohen Entschädigungskosten, und verzögert die Energiewende drastisch.
3. Repowering
Der Begriff Repowering stammt aus dem Englischen und bezieht sich auf die Modernisierung bzw. den kompletten Austausch bestehender älterer Wind– oder Solar-Energieanlagen durch modernere und leistungsfähigere Technik, bei Wind vor allem durch effizientere Turbinen.
Vergleich: Status quo vs. Repowering vs. Neubau (Onshore)
- Status quo:
28.700 bestehende Anlagen erzeugen ~127 TWh/Jahr in Deutschland
(= ~27 % des deutschen Stromverbrauchs 2024). - Repowering-only:
Mit weniger Anlagen (20.000 repowern statt 28.700 bestehende nutzen) wäre mehr als das 3-fache an Strom möglich (~384 TWh/Jahr). - Repowering + Neubau:
Mit etwa gleich vielen Anlagen wie heute, aber alle modern und zusätzlich ausgebaut, könnten ~544 TWh/Jahr erzeugt werden – das entspricht nahezu dem gesamten deutschen Stromverbrauch (2024: ~464 TWh).
Zusammenfassung
Bestand der deutschen Windenergie (Ende 2024)
- Onshore: ca. 28.700 Anlagen mit 63,5 GW Leistung.
- Davon sind ~10.000 Anlagen älter als 20 Jahre (Baujahr vor 2005).
- Diese haben kleine Leistungen (0,5–1,5 MW).
Leistungsunterschied Altanlage vs. Neuanlage
- Alte Turbinen: typischerweise 1–2 MW, Rotordurchmesser 60–90 m, Nabenhöhe 60–100 m.
- Neue Turbinen (z. B. Nordex N163/N175): 5–7 MW, Rotordurchmesser 160–175 m, Nabenhöhe 150–180 m.
- Verhältnis: 1 neue ≈ 4–6 alte.
Rechenbeispiel Repowering
- 10.000 Altanlagen (Ø 1,5 MW) → ca. 15 GW Leistung.
- Ersetzt durch ~2.500 neue Anlagen à 6 MW → ca. 15 GW Leistung.
Vorteil: Moderne Anlagen liefern ~2× so viel Strom pro MW
(wegen größerem Rotor und höherer Volllaststunden).
- Alte: ~1.500–2.000 Volllaststunden/Jahr.
- Neue: ~3.000–3.500 Volllaststunden/Jahr.
Ergebnis: Mit ¼ der Anlagen kann man die gleiche Leistung aufstellen – und doppelt so viel Strom erzeugen.
Hochrechnung für Gesamtdeutschland
- Wenn man nur repowert (also keine zusätzlichen neuen Windkraftanlagen baut):
- Man könnte die Anlagenzahl von ~28.700 auf <10.000 senken, dabei aber die Leistung mehr als verdoppeln (auf 120–130 GW), und den Stromertrag sogar verdreifachen.
Fazit
- Durch Repowering ließe sich der heutige Ausbau praktisch ohne „neue Flächen/ Neubau von WEA“ erreichen.
- Schon das Ersetzen von 10.000 Altanlagen durch 2.500 moderne Windräder könnte mehr Strom liefern als heute alle 28.700 zusammen.
4. „Beteiligungen“ für Einwohner & Gemeinden
Die Gemeinden Thomasburg und Reinstorf sind an den geplanten Bürgerwindparks beteiligt.
Die jährlichen Einnahmen der Gemeinde nach Nds. Gesetz über die Beteiligung von Kommunen und Bevölkerung am wirtschaftlichen Überschuss von Windenergie- und Photovoltaikanlagen (NWindPVBetG) sind vergleichsweise gering und zweckgebundene Mittel.
Auch die Akzeptanzabgabe an die Bürgerinnen & Bürger der Gemeinde ist nach unserer Auffassung mehr als gering.
- 0,2 Cent/kWh an betroffene Gemeinden & die Einwohner in 2,5 km Abstand um WEA
- Erstattung durch Netzbetreiber an Windpark durch § 6 EEG
Beispielrechnung Einfamilienhaus:
- Durchschnittlicher Jahresverbrauch von 3.000 kWh
- 0,2 Cent = 0,002 €
- 3.000 kWh x 0,002 € = 6 € pro Jahr
…worüber reden wir ?
5. Wertverlust Immobilien
Hohe Belastung bei unmittelbarer Nähe
Immobilien, die direkt an einem Windpark grenzen (unter 1.000 m), sind kaum noch marktgängig – viele Käufer wollen dort schlicht nicht wohnen.
Es kommt nicht nur zu Wertminderungen von 10–30 %, sondern in Extremfällen sogar zu einer praktischen Unverkäuflichkeit.
Banken berücksichtigen dies inzwischen bei der Bewertung von Sicherheiten – sprich: ein Haus neben Windrädern bekommt einen niedrigeren Beleihungswert.
Langfristige Entwertung
Der Wertverlust ist nicht nur kurzfristig, sondern bleibt bestehen, weil Windparks über 20–30 Jahre laufen.
Selbst wenn die Anlagen abgebaut werden, bleibt der Ruf der Gegend („ehemaliges Windparkgebiet“) bestehen.
Grundstücke für Neubauten sind in betroffenen Zonen oft nicht mehr attraktiv, was die Nachfrage zusätzlich drückt.
Mehrdimensionale Beeinträchtigung
Lärm & Infraschall: Dauerhafte Geräuschkulisse (vor allem nachts) schreckt Kaufinteressenten ab.
Sichtbarkeit: Windräder sind höher als 250 m – sie dominieren das Landschaftsbild kilometerweit. Häuser mit „Industrieaussicht“ lassen sich schlechter verkaufen.
Blinklichter: Auch mit moderner Radarsteuerung empfinden viele Anwohner das Blinken als massiv störend.
Bauphase: Straßen, Zuwegungen, Kabeltrassen zerstören zusätzlich das Landschaftsbild und wirken wertmindernd.
Keine Entschädigung für Private
Anders als bei Stromleitungen oder Enteignungen gibt es für private Immobilienbesitzer keine gesetzliche Entschädigung.
Der Wertverlust bleibt beim Eigentümer hängen – während Gemeinden und Betreiber von Steuereinnahmen und Pachten profitieren.
Ungleichheit und soziale Schieflage
Ländliche Bewohner tragen die Hauptlast der Energiewende, während die Gewinne bei Betreibern und Investoren landen.
Wer ein Haus auf dem Land hat, erlebt Wertverluste, wer eine Eigentumswohnung in der Stadt hat, nicht.
Damit werden die Vermögenswerte der Landbevölkerung systematisch geschwächt.
Direkte Nachbarn von Windparks sind die großen Verlierer: Wertverluste von bis zu einem Drittel oder mehr sind realistisch.
6. Co2 Emissionen WEA Herstellung/ Recycling
CO2 Emissionen Herstellung WEA Nordex N175
Eine Nordex N175 (Herstellung rund 5.000 – 6.000 t CO2) entspricht in etwa dem Jahresfußabdruck von 450 – 550 Menschen in Deutschland.
5 Anlagen wie am Beispiel des Bürgerwindparks Bavendorf-Radenbeck (25.000 – 29.000 t CO2 Herstellung) entsprechen dem Jahresfußabdruck von 2.200 – 2.600 Menschen in Deutschland.
Ohne sofortigen Netzanschluss ist der Windpark für mehrere Jahre ein reines Klimaproblem
- Anlage: Nordex N175 (6,8 MW)
- Windpark: 5 Stück → 34 MW
- Netzausbau erst 10 Jahre nach Errichtung → es bleiben nur 5 Jahre Netto-Betriebszeit bei einer angenommenen Lebensdauer von 15 Jahren
- Herstellung der 5 Anlagen: ca. 25.000–29.000 Tonnen CO₂ werden sofort ausgestoßen (Beton, Stahl, Transporte usw.)
Normalfall: Wenn die Anlagen gleich ins Netz einspeisen, „verdienen“ sie diesen CO₂-Rucksack in wenigen Monaten wieder zurück, weil sie fossilen Strom (Kohle, Gas) ersetzen.
Wenn der Netzanschluss erst Jahre später kommt, stehen die Anlagen in dieser Zeit still → sie produzieren keinen Strom, aber die CO₂-Emissionen aus Bau und Herstellung sind trotzdem schon passiert.
Rotorblätter bestehen aus Verbundstoffen, die nicht recycelt werden können (Deponie oder Verbrennung). Rückbau von Betonfundamenten verursacht weitere Emissionen. Die offiziellen CO₂-Bilanzen rechnen diesen End-of-Life-Effekt oft gar nicht mit ein.
Beim Recycling lohnt sich daher ein Blick in die Frontal21 / ZDF Mediathek, ca. ab Minute 22 startet der Beitrag: „Wohin mit dem Windrad Schrott“
7. Weiteres Karten- & Bildmaterial
Leider gibt es kein adäquates Kartenmaterial, wo bestehende Anlagen sowie die geplanten Windkraftparks der Landkreise Lüneburg und Uelzen abgebildet sind. Auch die Übersicht des Landes Niedersachsen hat eine sehr schlechte Bildqualität, die das Ausmaß in unserer Region nur schwer erkennen lässt.
Hier die Ansicht des Umweltministeriums Niedersachsen:
Dennoch möchten wir darauf hinweisen, das der angrenzende Landkreis Uelzen überdurchschnittlich hoch beplant ist und eine kumulative Wirkung zu den bestehenden sowie geplanten Anlagen im Landkreis Lüneburg besteht! Zusammenfassend sind beide Region überproportional stark belastet!


Ansichten von der AZ, bereitgestellt durch den Landkreis Uelzen


Vorrangfläche Windpark Bavendorf-Radenbeck 01_02 (Abbildung RROP Landkreis Lüneburg)

Vorrangfläche Windpark Reinstorf-Radenbeck 02 (Abbildung RROP Landkreis Lüneburg)

Vorrangfläche Windpark Breetzer Berge 01_06 und 01_07 (Abbildung RROP Landkreis Lüneburg)

Vorrangfläche Windpark Vastorf 06_01, 06_02 und 06_03 (Abbildung RROP Landkreis Lüneburg)

Die aktuelle Version der 1. Änderung des RROP 2019 (Stand 1.12.2024) weist das Mausetal (Potenzialfläche Nr. 32) weiterhin als vorgesehen für Windenergienutzung aus und zwar unverändert und gleich groß geblieben.
Abbildung 4: Aktuell vorgesehene Potenzialfläche Windenergienutzung im Mausetal, 1. Änderung des RROP 2019, erster und zweiter Schritt, Stand 1.11.2024

Quelle: wpd
Die Gemeindeöffnungsklausel § 245e Abs.5 BauGB ist am 14.1.2024 in Kraft getreten. Danach können Kommunen bei der Landesplanungsbehörde ein Zielabweichungsverfahren beantragen, um Windenergieflächen außerhalb von Vorranggebiet zu planen.
Werden damit im Mausetal z.B. seitens der wpd die 5 Windräder gebaut, so haben sie nicht 1000m Abstand wie im RROP-Entwurf, sondern nur einen Mindestabstand in „zweifacher Höhe der Windenergieanlage“ einzuhalten (BauGB § 249 Abs. 10). Das wären dann nur ca. 500 m Abstand zu den Wohngebieten von Aljarn und Bohndorf.

8. Zusammenfassung / Glossar
1. „Graue Energie“ wird oft unterschätzt
- Der Bau einer einzigen Windkraftanlage benötigt tausende Tonnen Beton und Stahl.
- Herstellung von Beton und Stahl ist weltweit eine der größten CO₂-Quellen.
- Viele dieser Materialien werden aus China importiert, wo die Stahl- und Zementproduktion besonders klimaschädlich läuft.
- Die reale CO₂-Belastung wird damit oft in andere Länder ausgelagert und taucht nicht in deutschen Klimabilanzen auf.
2. Kurzfristiger „CO₂-Buckel“
- Beim Bau entsteht ein sofortiger Ausstoß von CO₂ (Betonwerke, Transporte, Kräne, Fundamente).
- Die vermeintliche „Amortisationszeit“ von 6–12 Monaten basiert auf idealisierten Rechnungen.
- Bei schwachem Windstandort, viel Stillstand oder Abregelungen kann die Amortisation Jahre dauern.
3. Abregelung und Überproduktion
- In Deutschland werden Windräder oft abgeschaltet, wenn zu viel Strom produziert wird → dieser Strom ersetzt dann gar keine fossile Energie.
- Trotzdem läuft die Bilanzierung so, als ob jede erzeugte Kilowattstunde Kohle oder Gas verdrängen würde.
- Realer CO₂-Nutzen deutlich geringer.
4. Backup-Kraftwerke bleiben nötig
- Da Wind nicht grundlastfähig ist, müssen Kohle- oder Gaskraftwerke bereitstehen.
- Diese Kraftwerke laufen im „Teillastbetrieb“, was ineffizienter und CO₂-intensiver ist als im Regelbetrieb.
- Damit konterkariert der Windstrom einen Teil seiner Einsparungen.
5. Recycling & Lebensende
- Rotorblätter bestehen aus Verbundstoffen, die nicht recycelt werden können → Deponie oder Verbrennung.
- Rückbau von Betonfundamenten verursacht weitere Emissionen.
- Die offiziellen CO₂-Bilanzen rechnen diesen End-of-Life-Effekt oft gar nicht mit ein.
6. Politische Schönrechnerei
- Klimabilanzen rechnen fast immer nur mit dem verdrängten fossilen Strom, nicht mit den zusätzlichen Emissionen aus Netz- und Speicherinfrastruktur.
- Strom, der ins Ausland verschenkt oder gegen Geld entsorgt wird (Negativpreise), gilt trotzdem als „fossil ersetzt“.
- Dadurch entstehen Papier-Einsparungen, die real nicht existieren.
7. Internationale Verlagerung
- Viele Rohstoffe (Stahl, Seltene Erden für Generatoren, Kupfer) stammen aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards.
- Der CO₂-Ausstoß fällt in der chinesischen oder afrikanischen Statistik an, nicht in der deutschen – Deutschland „reinigt“ also seine Bilanz auf Kosten anderer Länder.
- Der tatsächliche CO₂-Vorteil von Windkraft ist deutlich kleiner, als Politik und Industrie behaupten.
- Ohne Speicher, Netzausbau und transparente Bilanzierung ist Windstrom teilweise nur eine Verschiebung von Emissionen statt einer echten Einsparung.
Unter Berücksichtigung von Herstellung, Abregelung, Backup-Kraftwerken und Entsorgung könnte der reale Effekt weit unter den offiziellen 15 % Einsparung liegen – manche Kritiker sprechen sogar von einem nur marginalen oder im Extremfall negativen Effekt, wenn man das Gesamtsystem betrachtet.
8. CO₂-Rucksack des Netzes
Neue HGÜ-Trassen (Erdkabel, Konverter) brauchen viel Kupfer/Alu/Stahl und großflächige Baukorridore. In Schaltanlagen wird teils noch SF₆ eingesetzt – das stärkste bekannte Treibhausgas; Alternativen kommen erst schrittweise.
Die BNetzA musste 2024/25 die Kostenverteilung neu justieren, weil Regionen mit viel EE-Einspeisung überproportional belastet wurden. Das zeigt, dass Netzkosten nicht „verschwinden“, sondern umgelegt werden.
„Mehr Leitung = weniger Eingriffe?“ – nicht automatisch
Trotz Fortschritt bleiben Großprojekte wie SuedLink/SuedOstLink jahrelang in Genehmigung/Umsetzung.
Bis zur Inbetriebnahme laufen teure Netzmaßnahmen weiter.
Netzverluste: physikalischer Dauerposten
Deutschland verliert im Netz grob ~5 % der elektrischen Energie; bei 50Hertz allein lagen die Verluste 2023 bei 2,55 TWh (müssen teuer zugekauft werden). Längere Transportwege erhöhen die Verlustkilometer.
Planungsrisiko & Lock-in
Wenn Annahmen zu Last, Industrie-Standorten oder Wasserstoff-Korridoren nicht eintreten, drohen Fehlinvestitionen (teure Assets mit geringer Auslastung). Netze sind träge, Umplanung dauert Jahre. (Folgt logisch aus 4/5; Behördenpapiere zeigen wiederholte Fortschreibungen der Bedarfe.)
Erdverkabelung vermeidet Mastenlandschaften, verlangt aber breite Baukorridore, Bodenaushub, Wärmeeinfluss im Boden; Freileitungen greifen ins Landschaftsbild ein.
(Konkrete Umweltbewertungen erfolgen projektbezogen, die grundsätzlichen Eingriffe sind aber unstrittig.)
SF₆-Leckagen: klein in Prozent, groß im Klimaeffekt
Selbst geringe Leckraten in geschlossenen Systemen wirken wegen GWP ~22.800 massiv klimaschädlich; Alternativen existieren, sind aber noch nicht flächendeckend.
Kosten- und Risikoüberwälzung
ÜNB melden steigende Entgelte u. a. wegen Engpassmanagement und Investitionen; selbst bei zwischenzeitlicher Entlastung einzelner Regionen bleibt das System kostenintensiv — die Rechnung zahlen Endkunden/Steuerzahler.
„CO₂-Einsparung durch Netzausbau“ ≠ garantiert
Ja, bessere Leitungen können Kohle/Gas verdrängen. Aber solange Großtrassen fehlen oder verspätet kommen, bleiben Abregelung, Reserve, Teillast und Verluste – und damit schrumpft der reale CO₂-Nutzen von zusätzlicher Windleistung spürbar. Die offiziellen Bilanzen bilden diese Systemeffekte oft nur unvollständig ab.
Was folgt daraus:
„Erst Netz, dann Ausbau“ statt umgekehrt: Ohne zeitgleichen Netzausbau und Engpassabbau verpufft ein Teil des Wind-CO₂-Vorteils in Redispatch/Abregelung.
Dezentraler Ausgleich vor Ferntransport: Lastflexibilität, regionale Speicher, Industriestandorte näher an Erzeugung können Leitungsbedarf und Verluste senken.
SF₆-freie Beschaffung als Standard und verbindliche Leckage-Reportingpflicht.
Transparente Netznutzen-Rechnung: Projekt-LCAs (Material-CO₂, Bau, Verluste, erwartete Redispatch-Reduktion) vor Genehmigung veröffentlichen – inkl. Sensitivitäten bei Verzögerungen.
„No-regret“-Maßnahmen: z. B. kurzfristiger Engpassabbau an Hotspots (Lastfluss-Steuerung, DLR/thermische Freileitungsleistung, Phase-Shifter) statt jahrelang zu warten, bis ein Korridor fertig ist.




